Borkenkäferbäume jetzt aufarbeiten!
Borkenkäfersituation 2019: Warme Witterung lässt Borkenkäfer ausschwärmen.

Ein Buchdrucker an der Rinde eines Baumes.

Foto: Dr. Ralf Petercord, LWF

Insbesondere im nördlichen Teil des Landkreises Ostallgäu, aber auch im Süden und in der Stadt Kaufbeuren haben sich die Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher seit dem Jahr 2016 rasant ausgebreitet.

Das sonnig-warme Wetter macht die Borkenkäfer Buchdrucker und Kupferstecher mobil. Bereits Anfang April fand der erste Schwärmflug statt.
Die Waldbesitzer werden daher aufgerufen, ihre Fichtenwälder in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig auf Borkenkäferbefall zu kontrollieren.
Die Symptome sind gut zu erkennen:
Frischer Befall zeigt sich am braunen Bohrmehl, das sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation sammelt. Bei länger befallenen Fichten färben sich die Kronen rot-braun und die Rinde blättert ab.
Auch heuer ist besondere Wachsamkeit geboten, da eine sehr hohe Anzahl an Borkenkäfern im Waldboden und unter der Rinde befallener Bäume überwintert hat.
Zudem haben der Föhnsturm Vaia im vergangenen Oktober zahlreiche Fichten umgeworfen und abgeknickt und der schneereiche Winter zu zahlreichen Schneebruchschäden geführt. Sofern diese geschädigten Bäume nicht rechtzeitig aufgearbeitet wurden, stellen sie jetzt ein gefundenes Fressen für die Käfer dar. Sie werden dann schnell zu Keimzellen von großflächigen 'Käfernestern'.
Waldstück mit Fichten, die vom Buchdrucker befallen sind.Zoombild vorhanden

Foto: Florian Stahl, LWF

Befallene Stämme sollten rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden.
Es wird geraten die Baumkronen zu häckseln, denn der Kupferstecher nutzt schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Diese sogenannte „saubere Waldwirtschaft“ ist die einzig wirksame und bewährte Methode, um eine Massenvermehrung der Borkenkäfer zu verhindern.
Kronenmaterial
Das Kronenmaterial kann bei akuter Befallsgefahr auch verbrannt werden, wobei aber unbedingt die Waldbrandverhütung beachtet werden muss. Solche 'Mottfeuer' müssen zur Information für die Feuerwehren rechtzeitig vorher bei der Integrierten Leitstelle (ILS) Kempten angezeigt werden (Tel.: 0831/96096689).
Polterspritzung
In Ausnahmefällen – wenn kein zügiger Abtransport aus dem Wald möglich ist – können die aufgearbeiteten Stämme auch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden (Polterspritzung). Dabei sind aber die Vorschriften zum Pflanzenschutzmitteleinsatz zu berücksichtigen.

Weitere Informationen

Detailinfos zum Borkenkäfer und einen Überblick über die Gefährdungslage gibt es unter www.borkenkaefer.org. Beratung und Unterstützung bei der Bekämpfung bieten die Revierförster des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren, die Forstbetriebsgemeinschaften und sonstige forstliche Dienstleiter.