Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Termine

Mittwoch, 3. Juli 2019 • 19:30 Uhr
Waldbegang zum Thema: "Waldnaturschutz im Wirtschaftswald"Das Forstrevier Pfronten bietet gemeinsam mit der FBG Füssen und dem Fledermausbeauftragten des Landkreises Ostallgäu einen Waldbegang an und zeigt hierbei die Vereinbarkeit von Naturschutz und Waldbewirtschaftung auf.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
VeranstaltungsortTreffpunkt: Wanderparkplatz im Kreuzwald auf der Verbindungsstraße zwischen 87637 Eisenberg-Zell und Schweinegg
AnsprechpartnerRevierleiter Sebastian Baumeister, Forstrevier Pfronten
Telefon: 08363 313
Weitere Veranstaltungen zum Thema Biodiversität finden Sie beim Walderlebniszentrum.

Aktuelles

Wildkräuterführung rund um das Grünen Zentrum Kaufbeuren

Insgesamt gut 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte sich im Mai 2019 an zwei Terminen am Grünen Zentrum Kaufbeuren eingefunden, um sich von Gartenbäuerin Marianne Nieberle in die Welt der heimischen Wildkräuter entführen zu lassen. "Das Grüne Zentrum Kaufbeuren trägt seinen Namen zu Recht. Um die Gebäude herum grünt und blüht es in allen Farben", betonte Katharina Wallach vom AELF Kaufbeuren.
Nieberle bestimmte mit der Gruppe dann Blumen und Kräuter. Dazu gab sie Hinweise zum Erkennen und Sammeln. Auf jeder Wiese wachsen Pflanzen, deren Wirkung von alters her bekannt ist. Als Beispiel zeigte Nieberle den Spitzwegerich. Bei Insektenstichen ist dessen ausgedrückter Saft eine gute Erste Hilfe.

Tipps von der Gartenbäuerin:

  • Pflücken und verzehren Sie nur, was Sie wirklich kennen und am besten natürlich aus dem eigenen Garten.
  • Vorsicht ist zum Beispiel beim Sammeln von Bärlauch angebracht, der sehr leicht mit dem hochgiftigen Maiglöckchen verwechselt werden kann. Das Reiben der Blätter gibt auch keine Garantie. Denn hat man zuerst ein ungiftiges Bärlauchblatt gerieben, haftet der intensive Duft noch an den Fingern und überdeckt das Maiglöckchen.
  • Fremde Grundstücke sollten Sie nicht betreten, auch wenn kein Zaun abgrenzt. Fragen Sie immer die Eigentümer oder Landwirte, ob Sie dort etwas ernten dürfen. Die meisten haben sicher nichts dagegen. Und bleiben Sie nach Möglichkeit am Rand der Wiese. Durch Hineinlaufen zerstört man auch viele Pflanzen.
  • Nicht jede Pflanze ist für jeden gleich gut verträglich oder wirksam, denn die Inhaltsstoffe haben oft starke Wirkung, je nach Konzentration
  • Sammeln sollte man am späten Vormittag, wenn die Pflanzen trocken und frei von Tau sind, aber noch keine Mittagshitze erwischt haben.
Bitterstoffe
Bitterstoffe wurden bei Kulturpflanzen, z.B. Endivien oft weggezüchtet, weil der Geschmack unangenehm ist. "Doch bitter im Mund ist im Magen gesund", weiß die Gartenbäuerin. Löwenzahn zum Beispiel enthält noch viele Bitterstoffe. Die Vielfalt der Naturwiese zeigte sich auch in den unterschiedlichen Kleearten, zum Beispiel Inkarnatklee oder Hopfenklee. Auch Frauenmantel, Schafgarbe, Wiesensalbei sind neben vielen anderen zu finden.
Nach dem Sammeln
Nach dem Sammeln rät die Fachfrau, die Kräuter auf einem trockenen Tuch auszubreiten, damit Käfer und andere Insekten herauskrabbeln können. Erst dann sollten die Kräuter gewaschen und weiterverarbeitet werden.
Möglichkeiten der Verarbeitung
Welche Möglichkeiten es gibt, zeigte Nieberle dann im Veranstaltungsraum des Amtes. Eine Fülle an Pflanzen, Tinkturen, Salben und Ölen für den äußerlichen Gebrauch erwartete die Teilnehmer im liebevoll dekorierten Raum. Und auch der Gaumen kam nicht zu kurz. Fichtenspitzen- oder Löwenzahngelee, Mürbteigkekse mit getrockneter Pfefferminze, Dinkelkräcker mit Brennnesseln und Kräutersalz, Brennnesselpesto, selbstgemachte Kräuterbutter, um nur einiges zu nennen, durfte verkostet werden. Zu Trinken gab es Wasser mit Holunderblütensirup. Die Teilnehmer waren begeistert und konnten sich viele Anregungen für's Nachmachen holen.
Wiederholung erwünscht
Abschließend gab es Samentütchen zur Selbstaussaat von Blumen, Kräutern und Gräsern. Und ein Teilnehmer formulierte den Wunsch vieler: "Bitte bald wieder anbieten."

Forstliche Veranstaltungen zur Biodiversität

Totholzbäume mit Baumschwämmen
Der Bereich Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Fosten Kaufbeuren bietet zum Thema Biodiversität Veranstaltungen für interessierte Personen an. Hierzu zählen z. B. Waldbegänge zu verschiedenen Themen und in unterschiedlichen Waldgebieten.

Bienen-Pate-Bayern

Die Organisation "Bienen-Pate-Bayern" vermittelt Blüh- und Bienenpatenschaften für Landwirte und Imker – damit Bayern blüht!

www.bienen-pate-bayern.de Externer Link

Am Grünen Zentrum Kaufbeuren-Ostallgäu
Baumschnittkurs zur fachgerechten Pflege von Streuobst

Als einzigartiger Biotoptyp prägt Streuobst auch unser Landschaftsbild im Ostallgäu. Damit Streuobstbäume möglichst lange vital sind, kommt es neben der korrekten Pflanzung und der Sortenwahl auf den Beschnitt der Bäume an. In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist besonders auf einen korrekten Erziehungsschnitt zu achten. Ziel ist ein stabiler und zweckmäßiger Aufbau der Krone.
Das AELF Kaufbeuren und der Bayerische Bauernverband führten im März 2019 einen Baumschnittkurs an den im Grünen Zentrum Kaufbeuren-Ostallgäu gepflanzten, regionaltypischen Streuobstsorten durch. Anton Dietrich aus Kaltental gab Tipps zur Baumauswahl und den ersten Rückschnitten.
Wiederholung geplant
In den nächsten Jahren sind weitere Schnittkurse vorgesehen.