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Kreuzkraut: Erkennung bis Bekämpfung

Gelbe Blüten auf der Wiese sind Grund genug, ROT zu sehen!

Eine Giftpflanze auf dem Vormarsch


gold gelbene offene Blüte des Wasser-Kreuzkrautes- die Schönheit trügt
gold gelbene offene Blüte des Wasser-Kreuzkrautes- die Schönheit trügt
Stängelblatt des Wasser-Kreuzkrautes im August- ähnelt einer "Lanze"
Stängelblatt des Wasser-Kreuzkrautes im August- ähnelt einer "Lanze"
steile Jungviehweide übersät mit Jakobs-Kreuzkraut
steile Jungviehweide übersät mit Jakobs-Kreuzkraut
Jakobs-Kreuzkaut ca. 80 cm hoch, Ende Juli
Jakobs-Kreuzkaut ca. 80 cm hoch, Ende Juli

In den letzten Jahren konnten sich verschiedenste Kreuzkrautarten im Allgäu ausbreiten: häufig anzutreffen ist das Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea), das Wasser-Kreuzkraut (Senecio aquaticus), das Alpen-Kreuzkraut (Senecio alpinus). Weniger bekannt und weniger verbreitet ist das Raukenblättrige-Kreuzkraut (Senecio erucifolius), sowie das Felsen-Kreuzkraut (Senecio squalidus bzw. S. rupestris). Insgesamt sind 25 verschiedene Kreuzkrautarten in Deutschland heimisch.

Haben Sie auch Kreuzkraut auf Ihren Flächen?

Um eine Abschätzung treffen zu können, wie stark sich die verschiedensten Kreuzkrautarten bereits im Allgäu verbreitet und etabliert haben, bitte wir um Ihre Mithilfe und Unterstützung!
Ziel ist es die Verbreitung der Giftpflanze, gerade auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zu ermitteln, um genauere Erkenntnisse in Bezug auf die Ausbreitung der Kreuzkrautarten zu bekommen!

Es steht ein überarbeiteter Kreuzkraut-Erfassungsbogen zum herunterladen zur Verfügung:
nährere Auskünfte erteilt: Dr. Kuhn, Landesanstalt für Landwirtschaft unter 08161/71-5826

Erfassungsbogen für Kreuzkrautvorkommen  PDF-Dokument - neu!

überregionale Beratungstätigkeit, Fachzentrum Pflanzenbau, AELF Augsburg - Fragen bitte hier!

regionale produktionstechnische Verbundberatung - Fragen bitte hier!

Bildergalerie Kreuzkrautarten

Jakobs-Kreuzkraut und Wasser-Kreuzkraut im Vergleich

Unterschiede der beiden Kreuzkrautarten
  Jakobs-Kreuzkraut Wasser-Kreuzkraut
Wuchshöhe: 30-100 cm 20-40 cm
Blütezeit Mitte Juni- August Anfang Juni- Herbst
Stängelblätter tief ausgeschnitten, gelappt mit gezähnten Enden klein, mit schmalen linealen tief eingeschnittenen Blättern
Wurzel Wurzelstock bis 5 cm lang, flach im Boden
= leicht zum ausreissen
kurzer, stehender Wurzelstock, stark bewurzelt
= ausstechen empfohlen
Geruch der zerriebenen Blätter unangenehmer Geruch kaum Geruch vorhanden
Standort: extensive, nährstoffarme, eher trocken feucht
Vorkommen Ruderalflächen wie z.B Eisenbahn-und Straßenböschungen, extensiv genutzte lückige Grünlandflächen, weniger gepflegten, lückigen Weiden v.a. im Berggebiet aber auch Tiefland auf feuchten bis nassen Böden, in Steuwiesen bis in intensive Wiesen und Weiden
Schnittverträglichkeit verträgt nur 1 bis max. 2 Schnitte, da Blattrosette nicht direkt am Boden liegt vertägt auch 4-5 Schnitte ohne Probleme, aufgrund der tief am Boden liegende Blattrosette
Blütenbildung nach dem erstmaligen Schnitt höchstens noch eine einzige Blühphase in diesem Jahr nach dem erstmaligen Schnitt schiebt die Pflanze nach 2-3 Wochen die nächsten Blütenköpfe (ca. 3-4 Wochen bis zur erneuten Samenreife)
Giftigkeit stark giftig,
jedoch durch Erhöhung der Nutzungsintensität zurückdrängbar
halb so giftig wie Jakobs-Kreuzkraut,
jedoch hartnäckig, wenn es sich im lückigen feuchten Bestand "breit" gemacht hat

Wichtig zu Wissen!


Fortpflanzung

beide Pflanzen sind 2- bis mehrjährig, d.h im ersten Jahr sind nur die Blätter am Boden (Blattrosetten) zu sehen, erst im darauffolgenden Jahr wird der Trieb mit den gelben auffälligen Blütenköpfen gebildet
=> dies macht eine frühzeitige Erkennung schwierig!
Genaues hinschauen ist zur frühzeitigen Wahrnehmung des sich "einschleichenden" Kreuzkrautes unerlässlich!


Bekämpfung



Abgemähte, ausgerissene und ausgestochene Pflanzen dürfen nicht auf der Fläche liegen bleiben, sondern müssen

a) abgefahren bzw. enfernt und
b) vernichtet werden!

Grund: Zum einen verliert gemähtes, bereits angewelktes, blühendes Kreuzkraut den unangenehmen Geruch durch den Abbau der Bitterstoffe. Würde das Pflanzenmaterial auf der Fläche verbleiben, würde es für das Weidevieh wieder schmackhaft!
Zum anderen reifen bei den gemähten bzw. ausgerissenen Pflanzen die gelben Blütenköpfen noch zu keimfähigen federleichten Samen heran (Notreife). Diese Samen werden vom Wind zur nächsten lückigen Stelle getragen, wo sie keimen und Fuss fassen können. Lückige Grasnarben fördern somit die rasante und massenhafte Ausbreitung des stark giftigen Wiesen- und Weideunkrautes (Samen des Jakobs-Kreuzkrautes sind bis zu 20 Jahre im Boden keimfähig).



Giftigkeit

Die Giftigkeit der Kreuzkräuter, egal ob in der frischen Pflanze, im Heu oder in der Silage, beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizin-Alkaloide (z.B Senecionin, Jacobin usw.). Diese typischen Lebergifte führen entweder zu einer akuten oder zu einer schleichenden chronischen Leberdegeneration, wenn kleinere Mengen (z.B in Heu und Silage) über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Die Aufnahme von ca. 100 kg frisches Jakobs-Kreuzkraut gilt bei einer 650 kg schweren Kuh als tödliche Dosis. Die Gifte werden nicht ausgeschieden, sondern sammeln sich im Tier an bis die tödliche Dosis erreicht ist. Enthält Heu ca. 1 % Jakobskreuzkraut, so wäre bei der obigen Kuh die tödliche Dosis innerhalb von 3 Monaten erreicht.

Wichtig: Die Giftstoffe bleiben im Heu und in der Silage genauso wirksam wie in der Frischpflanze!
Durch Konservierung verlieren die Kreuzkräuter ihre giftigen Alkaloide nicht. Es wird sogar der teilweise unangenehme Eigengeruch des frischen Jakobs-Kreuzkrautes im Heu oder in der Silage überdeckt. Zudem kann das Tier das giftige Kraut auf dem Futtertisch nicht mehr herausselektieren und nimmt das giftige Kraut zu sich.
Höchste Alkaloid-Konzentrationen weisen Blätter und v.a. auch die Blüten auf, weshalb spät geschnittenes Heu besonders problematisch ist, wenn es Kreuzkraut (v.a. Jakobs-) enthält.

Zusammenarbeit führt zum Ziel!

Als Ansprechpartner stehen weiterhin:
Thomas Wanninger unter 08341-9002-31(Ostallgäu), Werner Prem 0831-52147-208 (Oberallgäu/Lindau)
und Dr. Michael Honisch 0831-52147-207 (Alpwirtschaft) zur Verfügung.




Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren
Heinzelmannstraße 14, 87600 Kaufbeuren
Tel.: 08341 9002-0 • Fax: 08341 9002-57 • E-Mail: poststelle@aelf-kf.bayern.de