Schulleiterin im Interview
Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte für Schulkinder der Region

Frau steht neben Tisch in Mensa. Sie hält einen Krug und reicht Mädchen ein Glas

Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte für Bayerns Kinder – das ist das Motto des EU-Schulprogramms. Ziel ist, die Wertschätzung von Lebensmitteln zu steigern. Das kostenlose Angebot von Milch und Milchprodukten sowie Obst und Gemüse macht es Kindergarten- und Schulkindern leicht, eine mögliche Unterversorgung auszugleichen.

Die Grundschule in Biessenhofen nimmt seit Jahren am Schulfruchtprogramm teil. 2019 hat die neue Rektorin Anna Hertwig das aktuelle EU-Schulprogramm "Obst, Gemüse, Milch und Milchprodukte für Bayerns Kinder" eingeführt. Zwei- bis dreimal in der Woche bekommen die Schüler Käse, Obst und Gemüse. Die Lebensmittel, die für die Kinder kostenlos sind, liefert der Bio-Betrieb Grasser Hof aus Aitrang.
Zum Weltschulmilchtag am 30. September 2020 interviewte Sabine Häberlein vom AELF Kaufbeuren Anna Hertwig, Rektorin der Grundschule Biessenhofen.
Was hat Ihre Schule dazu bewogen, an diesem Programm teilzunehmen?
Hertwig: Einige Schüler haben für die Pause eine Brotzeit dabei, die nicht so recht ausgewogen ist. Es war mir ein Anliegen, dass ihre Calciumversorgung verbessert wird. Darum habe ich dafür gesorgt, dass sie zusätzlich Käse bekommen.
Wie kommt das Programm bei den Kindern an?
Hertwig: Ich habe letztes Jahr mit meiner 1. Klasse gestartet. Die Kinder sind nun in der 2. Klasse und lieben immer noch die Gemüse-, Obst- und Käsestückchen. Unsere Frau Beckmann portioniert alles vor. So erhalten die Kinder zum Beispiel jeweils ein Stück Hartkäse, Apfel und Karotte. Die Lieferung vom Grasser Hof reicht dann für zwei bis drei Tage
Gab es Schwierigkeiten, einen Lieferanten zu finden?
Hertwig: Nein, der Grasser Hof ist in der Nähe angesiedelt. Er lieferte bereits Obst und Gemüse für das Schulfruchtprogramm in einer einwandfreien Qualität. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Lieferanten.
Gibt es ein Lieblingsmilchprodukt und was wird nicht so gut angenommen?
Hertwig: "Meine" Schüler essen alles. Andere Klassen sind manchmal etwas heikler, besonders bei einigen Gemüsesorten. Generell mögen die Kinder das Obst lieber.
Wie funktioniert die Umsetzung jetzt während Corona?
Hertwig: Vor Corona hat Frau Beckmann alles auf einem Teller angerichtet und die Kinder konnten sich bedienen. Jetzt schichtet sie Käse, Obst und Gemüse in verschließbare Plastikschüsseln für jede Klasse. Die Lehrkräfte übernehmen die Verteilung an die Kinder.
Wir halten trotz Corona natürlich an dem Programm fest, weil wir es sehr schätzen.
In Zukunft möchten wir auch Milch und Joghurt mit einbauen. Dazu entwickeln wir gerade in Kooperation mit dem Elternbeirat ein Konzept.
Wir bedanken uns bei Anna Hertwig für dieses Interview.
Das EU-Schulprogramm
Weltweit ist eine Tendenz zu ungesundem Essverhalten bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten. In der Folge nimmt das Übergewicht bei Kindern in diesem Alter zu. Die Europäische Union will diesem Trend entgegen steuern: Seit 2017 gibt es das EU-Schulprogramm, für das die EU jedes Jahr 250 Millionen Euro zur Verfügung stellt.
Am Programm können Grund- und Förderschulen sowie Kindergärten teilnehmen. Sie erhalten einmal in der Woche kostenlos saisonales Obst und Gemüse sowie Milch oder Milchprodukte. Den Kindern und natürlich auch den Eltern soll bewusst werden, dass eine ausgewogene Pausenmahlzeit sie unterstützt, den Anforderungen des Schulalltags gerecht zu werden. Bei der individuell an die Schule angepassten Umsetzung unterstützt das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Ansprechpartnerin

Sabine Häberlein
AELF Kaufbeuren
Am Grünen Zentrum 1
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Fax: 08341 9002-1050
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