Pflege im Wald der Kaiser'schen Sozialstiftung

Große Menschengruppe mit Warnkleidung und Motosägen im Wald.

Landrätin, Bürgermeister Jengen, Landwirtschaftsschüler und Mitarbeiter des AELF

„Gott der Allmächtige hat meine Eltern und mich mit irdischen Gütern gesegnet. Ich rechne mit der Barmherzigkeit Gottes und will deshalb auch meine irdischen Güter in Barmherzigkeit gegen meine Armen Mitmenschen verwenden.“ So ist es einem Auszug aus dem Testament von Josef Benedikt Kaiser aus Eurishofen zu entnehmen. Dieser gründete vor 130 Jahren die Josef Benedikt Kaiser’sche Armen- und Krankenstiftung – Sozialstiftung Ostallgäu.

Ziel war und ist es, seinen Nachlass nachhaltig zu verwalten und arme, kranke und bedürftige Menschen finanziell zu unterstützen. Zu dem Stiftungsvermögen gehören unter anderem auch 30 Hektar Wald, die über alle schweren Zeiten erhalten blieben. Damit dieser Wald auch weiterhin Erträge für den Stiftungszweck erbringt, gilt es ihn zu pflegen!

Unterstützung durch Schüler der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren

Unterstützt wurde die Kaiser’sche Armen- und Krankenstiftung im März 2020 von zehn Schülern des ersten Semesters der Landwirtschaftsschule Kaufbeuren. Unter Anleitung der Waldarbeiter des AELF Kaufbeuren lernten die Landwirtschaftsschüler, wie man einen Jungwald richtig pflegt.

„Den Wald durchforsten und dabei etwas Gutes tun“ ist ganz im Sinne von Landrätin Maria Rita Zinnecker, die Stiftungsvorstandvorsitzende der Kaiserschen Sozialstiftung Ostallgäu ist und den Schülern für ihre Arbeit dankt.

„Durch die Pflege wird der Wald stabiler und der Zuwachs und die Wirtschaftlichkeit steigen. Mit dem Freistellen von Laubbäumen und Tannen fördern wir zudem die Biodiversität“, erläuterte Forstdirektor Stephan Kleiner, der die Waldpflege gemeinsam mit Förster Stephan Fessler initiiert hat.

Die richtige Pflege ist entscheidend

Bei der Fichten-Jungdurchforstung werden um die sogenannten Auslesebäume die stärksten Bedränger entnommen, damit sich die Kronen der Zukunftsbäume besser entwickeln können. Außerdem werden Laubbäume und Tannen von Fichten freigestellt, die sie sonst überwachsen und zum Absterben bringen. Jetzt bleiben Buchen und Vogelbeeren erhalten, stabilisieren den Bestand und fördern durch ihr abfallendes Laub die Fruchtbarkeit des Waldbodens. Der Wald wird insgesamt widerstandsfähiger gegenüber Extremwetterereignissen, da sind sich die Forstleute sicher.

Gemeinsam mit ihren Kollegen von der Forstverwaltung griffen Forstdirektor Kleiner und Förster Fessler selbst zur Motorsäge, um an diesem Tag eine möglichst große Jungwaldfläche zu pflegen. Im Ostallgäu gibt es viele junge Waldflächen, die dringend gepflegt werden sollten, um Struktur zu schaffen, die Wälder frühzeitig zu stabilisieren und damit widerstandsfähiger zu machen.

Beratung zur Pflege erhalten Sie von Ihrem zuständigen Revierleiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kaufbeuren.