Vom Tegernsee zum Lech
Neuer Pavillon „Blickwinkel“ am Walderlebniszentrum

Maschine "Manitou" beim Aubau eines Holzpavillons.

Der Pavillon „Blickwinkel“ auf dem Tiroler Parkplatz des Walderlebniszentrums Füssen-Ziegelwies bietet ganz neue Perspektiven auf den Lech. Das außergewöhnliche Holzgebäude wurde vom Schreiner Dominik Eham und dem Rosenheimer Designer Felix Pöttinger entworfen.

Der neue Pavillon „Blickwinkel“ am Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies zieht aufgrund seiner außergewöhnlichen Architektur sofort den Blick auf sich. „Gebaut ist er aus massivem Holz, wirkt aber aufgrund des besonderen Designs transparent und leicht und ist damit ein gelungenes Beispiel moderner Holzbauweise“ so Forstdirektor Stephan Kleiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren.

Botschafter für den Wald

Der Pavillon wurde anlässlich der Munich Creative Business Week 2019 von Dominik Eham, Geschäftsführer der Schreinerei Eham aus Hausham, und dem Rosenheimer Designer Felix Pöttinger entworfen und am Tegernsee errichtet. „Die Form eines aufgeschnittenen Baumstamms spiegelt sich in den längsgeschichteten Lamellen der äußeren Wand des Pavillons wider“ erklärt Eham, der den Aufbau am Lech leitete. Das Bauwerk öffnet sich zur spektakulären Natur an diesem Ort und leitet den Blick auf den Lech.

Für Karl Wechselberger, Bürgermeister von Pinswang und dritter Vorstand des Trägervereins des Walderlebniszentrums, ist der Pavillon auch ein Botschafter für den Wald: „Unsere Wälder leiden unter dem Klimawandel, der Pavillon erhebt die Stimme der Waldbesitzer und Förster und ergänzt das Walderlebniszentrum um ein weiteres attraktives Element“. Ein Ziel des Walderlebniszentrums ist es, den Besuchern die Bedeutung des Waldes und seine lebenswichtige Funktionen für die Biodiversität, für sauberes Wasser, saubere Luft und als Schutz vor Lawinen, Muren und Steinschlag zu vermitteln.
Gleichzeitig stellt uns der Wald einen natürlichen Rohstoff zur Verfügung, der mit gutem Gewissen genutzt werden darf. Denn unsere Wälder werden nachhaltig bewirtschaftet: Das bedeutet, dass nur so viel Holz geerntet wird, wie gleichzeitig wieder nachwächst. Für Waldbesitzer sind die Holzerlöse wichtig, um wieder in den Wald und in den Waldumbau zu investieren, um die Wälder fit für den Klimawandel zu machen.

Für Dominik Eham ist der Platz am Lech und im Zusammenspiel mit dem Walderlebniszentrum ideal: „Wir suchten lange eine Stelle, an der möglichst vielen Menschen die Sensibilität des Ökosystems Wald vermittelt wird und der Bau als Designobjekt funktional wirken kann“, sagt Eham, der von seinem Team beim Bau des Pavillons tatkräftig unterstützt wurde. Im März 2019 stand der Pavillon zwei Wochen auf einer Wiese am Tegernsee und zog bereits dort die Aufmerksamkeit der Spaziergänger auf sich.

Vom Schadholz zum Pavillon

Für den Bau verwendete Dominik Eham bewusst Schadholz aus den Wäldern des Forstbetriebs Pfund aus der Jachenau. Der Wald leidet unter dem Klimawandel, den Stürmen, der ausgeprägten Trockenheit und Hitze der vergangenen Sommer und unter dem Befall der Borkenkäfer, die wiederum von der Wärme profitieren und sich ausbreiten. Mit der Verwendung von heimischen und nachhaltig erzeugten Holz tut man der Natur etwas Gutes. Denn für Forstdirektor Kleiner ist der Holzbau ein aktiver und wichtiger Beitrag für den Klimaschutz. Wenn ein Baum einen Festmeter Holz produziert, entzieht er der Atmosphäre eine Tonne CO2. Wird dann heimisches Holz für den Bau von Häusern und Möbeln verwendet, entstehen nur kurze Transportwege und das im Holz gespeicherte CO2 wird für lange Zeit gebunden. Und am Ende ihrer Lebensdauer kann man die Holzprodukte energetisch zur Erzeugung von Wärme und Strom nutzen. Dabei wird dann nur so viel CO2 freigesetzt, wie in dem Holz vorher gebunden wurde – ein natürlicher Kreislauf. Finanziert wurde der Pavillon von der Schreinerei Eham und dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.