Neuer Bergmischwald für die Gemeinde Halblech

Personen auf einer Wiederaufforstungsfläche.Zoombild vorhanden

Foto: Michael Straub

Hoch oben über dem Halblechtal, pflanzt der örtliche Forstunternehmer Matthias Tschabi mit seinem Team seit dieser Woche 2.200 junge Bäume im Gemeindewald. Der Sturm „Sabine“ hat im Februar am Görgleck mit großer Wucht einen mittelalten Fichtenbestand von der Größe eines Fußballfeldes umgeworfen. Die Aufarbeitung des Schadholzes lief bis in den Sommer hinein.
Für den Halblecher Bürgermeister Johann Gschwill ist es von großer Bedeutung, dass auf dieser Fläche der Gemeinde schnell wieder ein funktionstüchtiger Gemeindewald entsteht: „Ein gesunder Wald liefert sowohl saubere Luft und Trinkwasser als auch Schutz vor Hochwasser oder Muren.“ „ Zudem ist ein artenreicher Bergmischwald stabiler und viel besser gerüstet für die Herausforderungen die durch den Klimawandel auf unsere Wälder zukommen“, ergänzt Forstdirektor Stephan Kleiner von der Forstverwaltung.

Hohe Kosten für die Gemeinde

Alles in allem kostet die Wiederaufforstung rund 18.000 €. Die Kosten für die jungen Bäume und deren Pflanzung belaufen sich auf knapp die Hälfte und wird durch die staatliche Waldumbauförderung bezuschusst. Zusätzliche müssen die neuen Pflanzen aber mit einem zwei Meter hohen Wildzaun geschützt werden, da die überhöhten Schalenwildbestände das Einbringen von Mischbaumarten ohne Schutzmaßnahmen verhindern.
Die Errichtung des Zaunes zum Schutz gegen Wildverbiss kostet über 9.000 € und muss vom Waldbesitzer, also der Gemeinde Halblech getragen werden. Ein sehr großer Aufwand kann Unternehmer Tschabi aus Erfahrung berichten: „Wenn man im nassen Gelände 200 Holzpfähle den Hang runter trägt, danach mit einer Ramme in den Boden schlägt und den Zaun in dem steilen Gelände anbringen muss, ist das schon sehr arbeitsintensiv. Das macht keinen Spaß.“

Rückeweg notwendig

Da der Bereich am Görgleck bisher nur über einen steilen Erdweg erreichbar war, wird im nächsten Jahr auf der bestehenden Trasse der Rückeweg befestigt. Das Projekt wird gemeinsam mit der Bergwaldoffensive (BWO) der Forstverwaltung und der Waldkörperschaft Buching-Trauchgau umgesetzt. Denn sobald es nass wird, ist die Fläche auch mit schwerem Gerät kaum erreichbar. Dabei sind Wege der Schlüssel für einen erfolgreichen Waldumbau und die Pflege unserer Bergwälder. Matthias Beck von der BWO erläutert: „Bei dieser Schadfläche kommen viele Aspekte zusammen, die uns Förster in Zukunft beschäftigen werden. Wir brauchen ein vernünftiges Wegenetz, um den aktiven Waldumbau der Fichtenbestände in naturnahe Wälder voranzutreiben. Zur Aufarbeitung von Schadholz, für die sich eine Seilbahn nur bei größeren Holzmengen rechnet, ist daher die Erschließung entscheidend. Vor allem aber hilft der Weg die neu angepflanzte Fläche zu pflegen, den Zaun instand zu halten, den Bereich regelmäßig zu bejagen und damit die Investition der Gemeinde am Görgleck für die kommenden Generationen zu sichern“. „Für Wegeneubau und Instandsetzung gibt es ebenfalls eine staatliche Förderung, die bis zu 90 % der Nettokosten abdeckt“, ergänzt der örtliche Revierleiter Jörg Grosser.
Der Arten- und Naturschutz profitiert ebenfalls von der geplanten Maßnahme, denn am Kamm entlang soll eine Biotopfläche entstehen. Diese bietet neben dem Auerwild auch Schmetterlinge und andere Insekten sowie Kräutern und blütenreichen Sträuchern neuen Lebensraum.